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Unser Dorf Froitzheim liegt am Fuß der Voreifel im  Kreis Düren (Nordrhein-Westfalen) und gehört zur Gemeinde Vettweiß. Das Dorf zählt im Jahre 2014 einschließlich des Orteiles Frangenheim und des Kemperhofes ungefähr 850 Einwohner. Wegen der Lage inmitten der Zülpich-Jülicher-Börde ist die Ortsstruktur eher landwirtschaftlich geprägt.

Wer das eher ruhige Landleben zu schätzen weiß, ist daher bestens in Froitzheim aufgehoben. Dies sich zeigt nicht zuletzt daran, dass sich immer wieder Familien, deren Wurzeln andernorts liegen, dafür entscheiden, in Froitzheim zu leben. Dazu tragen erstens günstige Baugrundstücke sowie  lebensnahe Mietzinsen bei. Zweitens ist es eine unbestreitbare Tatsache, dass sich die örtlichen Vereine sehr um die Integration von Neuankömmlingen bemühen. Wer mag, ist herzlich willkommen, wer nicht mag, wird in Ruhe gelassen - so einfach kann es sein.

Dass die Vereine mit dieser Methode Erfolg haben, drückt sich darin aus, dass - ganz im Gegensatz zur modernen Landflucht - viele Froitzheimer Jugendliche dort "gelebte Heimat", das heißt ein stetes Miteinander von Alt und Jung erfahren haben, und daher in Froitzheim bleiben, wenn der berufliche Lebensweg dies zulässt.

Die Chancen stehen hierfür gut, schließlich sind die Universitätsstädte Köln (35km), Aachen oder Bonn (45km) einerseits recht nah und außerdem über eine hervorragende Anbindung an die Autobahn A1 mit dem PKW gut zu erreichen. Wer keinen PKW besitzt, benutzt den Schnellbus von Froitzheim in die Kreisstädte Düren (11 km) und Euskirchen (15km). Hier sowie in den Städten Zülpich (7 km), Nideggen (7 km) und Kreuzau (7 km) findet dann auch der überwiegende Teil der schulischen Ausbildung unserer Jugend statt. Und klar - wir werden alle älter - die drei letztgenannten Orte verfügen über ein komplettes und kompetentes Facharztangebot. Man kennt sich, man hilft sich. Es wäre nicht ehrlich, und wahrscheinlich auch alles andere als gut, zu behaupten, dass die  Dorfgemeinschaft das komplette Leben außerhalb des Berufes und der Familie regelt. Nein - hier reden wir von einer Handvoll besonderer Veranstaltungen pro Jahr (s.u.), wenn man von den naturgemäß regelmäßigen sportlichen Aktivitäten der SG Voreifel absieht. Zur Freizeitgestaltung bieten die umliegenden Städte reichlich kulturelles Angebot. Wer eher Natur und Naherholung mag, ist in der Eifel  (Nideggen, Heimbach, Monschau, Bad Münstereifel) bestens aufgehoben.

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Wer hätte gedacht, dass ein paar Tüten Wildblumensamen aus einem Kreisverkehr ein Blütenmeer machen? Fotos: Rosemarie Schade
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St. Sebastianus Schützenbruderschaft e.V.

















Die Bürgerhalle - Zentrum der Begegnung für Jung und Alt. Neben den Veranstaltungen der I.G. Froitzheimer Karneval (Karneval, Kinderbörse, Frauenbörse) und der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft (Schützenfest) wird die Bürgerhalle regelmäßig zur Feier von Geburtstagen, Hochzeiten mit gut ausgestatter Küche einschließlich Geschirr vermietet. Für den Betrieb und die Verwaltung zeichnet die "I.G. Halle" als gemeinschaftliches Organ der Ortsvereine verantwortlich. Anfragen werden entweder über den Kontaktbutton oder bevorzugt unter 0170 7000 588 (Bitte keine SMS!) gerne entgegen genommen.











Wer es etwas kleiner mag, ist bis zu 60 Personen im Schützenheim bestens aufgehoben. Das von den St. Sebastianus Schützen zum weit überwiegenden Teil in Eigenleistung errichtete Gebäude wird darüber hinaus von den Ortsvereinen als Versammlungsort genutzt, steht sowohl zur Feier des St. Martinszuges als auch für den Tanz in den Mai zur Verfügung und dient jeden Sonntag Vormittag zum Gedankenaustausch bei kühlen Getränken und Kartenspiel. Auch Anfragen zum Schützenheim werden gerne entgegengenommen.













Bezüglich der im Ort stattfindenen Veranstaltungen ist der Jahreskalender eindeutig geregelt. Im frühen Januar findet mit der Proklamation der Tollitäten das erste Event der I.G. Froitzheimer Karneval sowie in der zweiten Hälfte des gleichen Monats das Patronatsfest der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft statt. Letzteres seit 2013 verbunden mit ansprechenden Aufführungen der örtlichen Theatergruppe. Der Februar und ggfs. März gehören dann wieder der I.G. Froitzheimer Karneval.
Sehr zu unser aller Freude hat sich in den vergangenen Jahren das Aufstellen des Maibaumes durch unsere Jugend am 30. April fest im Kalender etabliert. "Hotel Mama" umgekehrt: Die Jugend organisiert und arbeitet, die Alten feiern mit, solange die Augen aufbleiben und danach macht der Nachwuchs die Nacht zum Tag - sehr schön, wie auch das nebenstehende Bild zeigt.
Es folgt Pfingsten, an diesem kirchlichen Festtag richtet die St. Sebastianus Schützenbruderschaft  seit jeher das Schützenfest aus. Dieses wird Samstags von einem Festball eingeleitet, findet seinen Höhepunkt am Pfingstsonntag in der Abfolge Festgottesdienst-Umzug-Königsball und klingt Montags mit einem Frühschoppen bzw. einer Cafeteria und dem obligatorischen Schießen um die Würde des Schülerprinzen, des Prinzen und des Schützenkönigs aus. Im Vergleich zu der Generation unserer Eltern und Großeltern hat das Schützenfest leider deutlich an Resonanz verloren. Möglicherweise ein Tribut an den veränderten "lifestyle", der mit dem Leitspruch "Glaube, Sitte, Heimat" nicht mehr so recht korrespondiert. Der weiteren Entwicklung darf man gespannt entgegen blicken, so manches totgeglaubte hat schon seine unerwartete Renaissance erlebt.
Die Dorfgemeinschaft "Wir Frangenheimer" wartet im Juni mit einem kleinen, aber feinen Dorffest auf, welches sich seit Jahren gleich bleibender Beliebtheit erfreut und insbesondere dann, wenn im Fußball Europameisterschaften oder gar Weltmeisterschaften ausgetragen werden, mit so genanntem "public viewing" zusätzlich punkten kann.
Anfang August findet dann die Sportwoche der Spielvereinigung Froitzheim-Ginnick statt. Im Zentrum steht Fußball für alle Generationen. Höhepunkt ist das mehrtägig ausgetragene Turnier "Unsere Dörfer spielen Fußball", bei dem Freizeit-, Theken- und Straßenmannschaften in sportlich fairem und durchaus ernst genommenem Wettbewerb gegeneinander antreten. Dem Spielverein Froitzheim wäre dann Anfang September das Ausrichten der Kirmes zugefallen, allerdings ist hier bereits vollzogen worden, was sich beim Schützenfest abzeichnet: Aufwand und Nutzen standen irgendwann in keinem Verhältnis zueinander. Und dass sich die Vereinskasse an einer Veranstaltung ruiniert, die keine ausreichende Resonanz erfährt, ist nicht einsehbar. Dann lieber Investition in Sport statt Zuschuß für Bier.
In zeitlicher Nähe zum St. Martinsfest am 11. November, findet der St. Martinszug statt. Dessen Ablauf ist klassisch: Zunächst ein kurzer Wortgottesdienst in der Pfarrkirche, dann Umzug mit Laternen, Gesang und Spiel der Bettlerszene. Anschließend Abbrennen des obligatorischen St. Martinsfeuers an der Kapelle und schlußendlich Ausgabe der Wecken im Schützenheim mit Kakao für die lieben, nach dem Zug
manchmal durchgefrorenen Kleinen.
Schließlich wird um den ersten Advent herum der Weihnachtsbaum des Dorfes geschmückt und mit  Glühwein begossen.

Der Jahreskalender ist bewusst etwas vage gehalten, dies ist aber kein Grund zur Besorgnis, etwas zu verpassen: Zu allen Veranstaltungen erfolgen gesonderte Einladungen. Und wundern Sie sich nicht, wenn im Februar oder Oktober am frühen Abend vermummte Gestalten an Ihrer Haustür erscheinen: Dies sind keine entflohenen oder der Wohnung verwiesenen Ehemänner auf Asylsuche, sondern wichtige Helfer, wenn es darum geht, "Kamellegeld" für Veilchendienstag zu sammeln oder das St. Martinsfest zu finanzieren.














Die Dorfentwicklung lässt sich anhand von Luftbildaufnahmen, links oben aus 2007, links unten ca. 1950, anschaulich darstellen. Während der Ortskern bereits seinerzeit dicht - vorwiegend mit landwirtschaftlichen Höfen - bebaut war, erfolgte das Wachstum auf der nördlichen Dorfseite. Die Kirchenkomm war in den 1950er Jahren noch reines Ackerland, 2007 zeigt sich eine fortgeschrittene Bebauung mit Einfamilienhäusern. Auf der rechten Straßenseite Richtung Osten hatte man bereits in den 1960er und 1970er Jahren mit der Bebauung begonnen, bevor die letzten Baulücken um die Kirche in den 1990er Jahren geschlossen wurden.  Die Erschließung der linken Straßenhälfte starteteMitte der 1990er Jahre. Zentrales Element der Aufnahmen  bilden damals wie heute die Pfarrkirche St. Martin und das alte Pastoratsgebäude, unmittelbar rechts davon.











Die Pfarrkirche ist dem Patron der Pfarre, dem hl. St. Martin, gewidmet und wurde am 09.Juli 1873 konsekriert. Das Gebäude ersetzte die "alte Pfarrkirche", die urkundlich erstmals am 12. Dezember 889 erwähnt wurde, bis 1868 am gleichen Platz stand und wegen baulicher Schäden abgerissen werden musste. Für die Übergangszeit diente die Pastoratsscheune als Notkirche. Die "neue" Kirche wurde  nach den Entwürfen des Kölner Privatbaumeisters Heinrich Nagelschmidt gestaltet und ist im romanischen Stil erbaut worden. Im ersten Weltkrieg mußten die große und kleine Glocke abgegeben werden; die Neuanschaffung erfolgte 1921. Im zweiten Weltkrieg wurde die Kirche schwer beschädigt, zudem mußten diesmal die mittlere und die grosse Glocke abgegeben werden. Die Neuanschaffung der Glocken erfolgte erst 1962. Ende der 70er erfolgte eine aufwändige Restaurierung der Kirche, besondere Erwähnung verdient die Leistung, dass die schönen Fresken, die nach dem zweiten Weltkrieg getüncht worden waren, freigelegt und umfangreich restauriert werden konnten.












Die Kapelle "Maria Helferin in der Not" steht westlich von Froitzheim an der vormals nach Thum führenden Straße. Die Kapelle ist aus Bruchstein in Form eines Achtecks gebaut; je ein Rechteckfenster zeigen nach Osten und Westen. Über der an der Südseite befindlichen Tür ist eine steinerne Tafel angebracht mit dem Wappen "...der von Vlatten zu Froitzheim...". Erbaut wurde die Kapelle von Freiherrn Johann Herrmann Damian I.; eine Ortstradition erzählt, die Errichtung der Kapelle im Jahre 1703 sei durch ein Gelübde veranlasst.











Das Steinmaarskreuz steht einige hundert Meter nördlich von Kemperhof und war zu den Zeiten, als das Kirchenjahr noch den Lebensrhythmus bestimmte,  die dritteStation des Kreuzweges. Von diesem Kreuz ist heute leider nur noch der schwere Sandsteinsockel erhalten, darauf steht ein neueres Steinkreuz ohne besonderen Wert.Vom ursprünglichen Kreuz wird berichtet, dass es in den ersten Jahren nach dem dreissigjährigen Krieg errichtet worden ist. Einer Ortslegende nach habe der Ortspatron St. Martin in jenen Kriegsjahren einmal in Gestalt eines Reiters mit weißem Mantel das hessische Kriegsvolk an Kreuzes Stelle von Froitzheim ferngehalten. [Quelle : J. Jonas, Heimatblätter DZ9 (1932)]












Am östlichen Dorfende, dort wo sich die Straßen nach Zülpich, Vettweiss und Kemperhof gabeln, steht unter einer alten Kastanie ein Bilderstock. Dieser war auf dem Weg der Fronleichnamsprozessionen  im 18. Jahrhundert die fünfte Station. Der Bilderstock wurde um 1779 von Peter und Johann Becker errichtet; die Namen sind auf dem Sockel teilweise noch lesbar. Über der Nische sind die Leidenssymbole eingearbeitet : Ein Herz mit daraufstehendem Kreuz, ein Paar Hände und ein Paar Füße mit Nägeln. Drei Bilderstöcke in nahezu gleicher Bauweise finden sich auf der alten Thumer Straße zwischen Ortsausgang und Marienkapelle. Die Pflege aller genannten Bilderstöcke erfolgt ehrenamtlich aus privater Hand.












In der Ortsmitte steht der Maskenbrunnen. Die im Ort lebende Künstlerin Irmela Werning hat den Maskenbrunnen gestiftet und an einem senkrechten Mast auf verschiedenen Ebenen aus Ton gefertigte Formen befestigt. Diese Formen erinnern an venezianische Karnevalsmasken, daher der Name des Brunnens. Der Standort bildet die (heute leider nur noch schwach schlagende) strukturelle Dorfmitte, schließlich treffen sich hier verschiedene Buslinien zwischen den Kreisstädten Düren und Euskirchen. In der Zeit zwischen dem zweiten Weltkrieg und den 90er Jahren waren hier ein Geschäft, ehemals Familie Ley, heutiges Wohnhaus der Familie Werning und die Dorfkneipe, Gaststätte Meißeler, war auf Sicht. Auch standen hier das Karnevals- und Kirmeszelt und der Schützenkönig nahm jeweils Pfingstsonntag dort die Parade ab. An diesem Standort ist das Spiel der Bettlerszene zu St. Martin bis heute erhalten geblieben.












Die Pfarrkirche ist immer irgendwie das ideelle Dorfzentrum, selbst wenn das geometrische Zentrum ganz woanders ist, siehe zuvor. Zu Zeiten als es weder Internet, noch Mobiltelefon mit  Applikationen (neudeutsch: "app"). gab, soll es aber tatsächlich größeren Gruppen schon gelungen sein, sich zu verabreden. Die Ü40-Generation mag sich daran erinnern, wie das funktionierte: Ansage war "Decke Bohm, 14:00 Uhr". Zu besagter Zeit wurden zwei Schläge der Kirchenglocke abgewartet, den Nachzüglern ein wenig Spielraum eingeräumt (Üblicherweise wusste man ja, wer gewohnsheitsmäßig ein wenig zu spät kommen würde!)  und dann wurde das eigentliche Ziel vom "Decke Bohm" aus gemeinsam angesteuert.












Froitzheim ist geschichtlich erstmalig in einer - allerdings umstrittenen -  Urkunde des deutschen Königs Arnulf von Kärnten aus dem Jahre 889 n. Chr. erwähnt. Eine römische Wasserleitung sowie andere frühzeitliche Funde lassen darauf schließen, dass die erste Besiedlung - möglicherweise durch Urnenfelderleute -  bereits auf ca. 750 v. Chr. zurück geht. Urnenfelderleute vollzogen in verschiedenen Phasen der Bronzezeit den Bestattungsritus der sogenannten Urnenfelderkultur. Hiermit wird Leichenverbrennung und anschließende Bestattung des Leichenbrandes in Gefäßen aus Bronze oder Keramik bezeichnet.  Der Ortsname "Froitzheim" ist aus Abwandlungen des fränkischen Herrennamens Frovirad entstanden.  Berühmtheit erlangte in der 1980er Jahren der Fund des Froitzheimer Würfelturms. Römische Soldaten benutzten Würfeltürme, um Betrügereien beim Würfelspiel zu vermeiden (siehe auch: Landesmuseum Bonn). Zur Ortschaft Froitzheim gehört der Wohnplatz Frangenheim, dessen Ersterwähnung auf 1099 n. Chr. datiert. Der Name Frangenheims wird aus dem fränkischen Herrennamen Franco hergeleitet.
Abbildung links oben: Zeichnung von "Haus Froitzheim" - dem Rittersitz der Herren von Vlatten zu Froitzheim. Die sogenannte "Burg" wurde 1260 n. Chr. erstmalig erwähnt und ist heute völlig untergegangen. Es ist anzunehmen, dass der Rittersitz durch zahlreiche Kriegsverwüstungen stark in Mitleidenschaft gezogen und - mutmaßlich ca. 1731 - nicht wieder aufgebaut, sondern abgetragen wurde. Die Lage der so genannten "Burg" kann der Abbildung unten entnommen werden.
Abbildung unten:  Ausschnitt aus der Urkarte von 1827, Flur 26, genannt "Froitzheim". Die Hausnummern wurden anhand der französischen Bevölkerungsliste von 1812 eingetragen. Zu erkennen ist die auch heute bei der älteren Generation noch gebräuchliche Aufteilung in "Unterdorf" und "Oberdorf".
Abbildung rechts oben: Wappen des Werner von Vlatten um 1355 n. Chr. Die Linie Vlatten-Froitzheim wurde um ca. 1385 begründet. Die Erbschenkenwürde und Haus Froitzheim (s.u.) verblieben danach ca. 400 Jahre in dieser Linie.Das Wappen findet sich auch im Türsturz der Marienkapelle. Es  zeigt vier aufrechtstehende rote Pfähle (MERODE) und dazu in blauer Vierung links oben den sechsstrahligen silbernen Stern (VLATTEN).
Quelle: "Dürener Geschichtsblätter", Nr. 51, September 1969