Die I.G. Froitzheimer Karneval e.V. feiert im Jahr 2016 das närrische Jubiläum "viermal elf". Anlässlich dessen wurde eine Festschrift veröffentlicht. Als Service für alle, die gerne ein persönliches Exemplar der Festschrift möchten und aus irgendwelchen Gründen keine gedruckte Fassung bekommen haben, steht diese rechts zum herunterladen bereit. Alternativ können Sie sich den werbefreien Inhalt im nun folgenden Text umweltfreundlich durchlesen.
Die IG: Gestern angefangen, heute viermal elf und mittendrin
Die IGFK wird 3 x 11 Jahre alt und feiert
Die Präsidenten - immer ganz vorne
Die Funktionsträger - Verantwortung für den Verein
"Funkenmutter" und Geschäftsführer - eine Würdigung
Die Tollitäten - Jedes Jahr anders, immer klasse
Unsere Funkengarde: Klein angefangen, heute ganz groß
Die Geschichte der IG - kompakt
Die IGFK in Bildern im Oktober 2015
Freiwillige vor - Teamwork in der IGFK heute und in Zukunft
Fragen rund um Karneval - Die Sendung mit der Maus
Festschrift

„Die IG“: Gestern angefangen, heute viermal elf und mittendrin
Der Beginn des organisierten Karnevals in Froitzheim lässt sich auf Mitte der 1960er Jahre zurückverfolgen. Seinerzeit zog der Volksschullehrer Matthias Plum mit einem Handwagen und einer Schar kostümierter Kinder regelmäßig an den Karnevalstagen durch den Ort. Einige Jahre später vollzog Otto Bülow, der die Gaststätte der Anna Ley gepachtet hatte, den nächsten Schritt: Selbige Gaststätte, die 1976 abgerissen wurde und dort stand, wo heute alljährlich der Dorfweihnachtsbaum geschmückt wird, hatte einen Innenhof, in dem ein Zelt aufgestellt wurde. Damit begann die Zeit des regelmäßigen Feierns, Abbildung 1.
Abb1
Abbildung 1: Karnevalsfeier bei „Bülows Ött“

Bedingt durch den Abriss der Gaststätte Bülow/Ley wurde der Aufstellungsort des Zeltes danach an das alte Pastoratsgebäude verlegt. Dieses war von Otto Bülow restauriert worden und wird noch heute von der Familie seiner jüngsten Tochter bewohnt. Die 1967 im Ort als Unterabteilung des Spielvereins Froitzheim 09 (SV 09) gegründete  Alt-Herren-Mannschaft  baute auf dem von Otto Bülow und Matthias Plum gelegten Fundament auf und übernahm fortan die Organisation und Ausrichtung des närrischen Treibens in Froitzheim.
Dazu wurde jeweils zu Karneval beim Zelteverleih Frings aus Füssenich  ein Festzelt gemietet. Dieses stand zunächst in der Martinusstraße auf dem Grundstück des  Hubert Valder zwischen den Wohnhäusern der Familien Schulz und Boving.  Heute steht dort das Haus der Familie Hubert Schwigon.Aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen erfolgte der erste Umzug des Festzeltes hinter den Hof des Karl Merckelbach. Ebenso unklar ist, warum ein erneuter, bis 1989 dauernder Standortwechsel auf die Wiese von Familie Bertram, heute bebaut von Familie Alfons Müller, vollzogen wurde.
Die Abbildung 2 gibt einen Überblick über die bis zum Jahr 1990 typische Session im Festzelt. Die Session des Jahres 1991 wurde unter dem Eindruck des ersten Golfkrieges komplett abgesagt, 1992 ging es dann in der Bürgerhalle weiter.
Festprogramm
Abbildung 2: Typisches Festprogramm, hier beispielhaft für das Jahr 1988 [Auszug aus Protokoll der JHV 1987]

Dazu jedoch später mehr, zunächst zurück zu den Anfängen. Unter dem Dach der „Alt-Herren-Mannschaft“ wurde 1972 eine Unterabteilung, die „I.G. Froitzheimer Karneval“ (IGFK) gegründet um den ersten offiziellen Umzug zu organisieren. Ursprung der heutigen Gesellschaft ist somit der SV 09 und das Jahr 1972 daher das  Geburtsjahr unserer Gesellschaft.
Eine erwähnenswerte Besonderheit des ersten Veilchendienstagszuges in Froitzheim ist, dass die ortsansässige Firma „Landmaschinen Rainer Imdahl“ zu Werbezwecken einheitliche Traktoren der Firma Ford zur Verfügung gestellt hatte, Abbildung 3. Das sah erstens bestimmt gut aus und zweitens konnte man sich als Zuschauer – ganz im Gegensatz zu heute – völlig auf die Motive der Wagen konzentrieren. Technisch hatte man jedenfalls mit dem ersten „Trecker“ alles gesehen.
Der seinerzeitige Zugweg war deutlich verschieden von der heutigen Strecke: Nach der Aufstellung im „Kemperweg“ wurde zunächst „et Dörp erop“ in die „Martinusstraße“ gezogen. „An der Hecke“ ging es rechts bis zum Dorfladen der Familie Krischer, dort links die Komm herauf bis zum Friedhof. Dort wurde wieder rechts in die „Peter-Graßmann-Straße“ abgebogen und auf dem Hof der besagten Firma Imdahl, heute Tillmann & Rath, gewendet. Abschließend zog man „et Dörp eraaf“ bis sich der Zug in der Nähe des Festzeltes auflöste. Die Straße  „An den Wiesen“ und der untere Teil von „In der Komm“ konnten nicht in den Zugweg  einbezogen werden, weil dafür die Landstraße Füssenich-Froitzheim-Vettweiß polizeilich nicht freigegeben wurde.
Die Motive der für das Jahr 1972 im Ort gebauten Karnevalswagen waren offensichtlich überwiegend mit aktuellem Bezug ausgewählt worden. Belege finden sich unter anderem für:
1. „Die Froitzheimer Olympiade“, Abbildung 4: Dieser Wagen wurde sicherlich ganz in Vorfreude auf die olympischen Spiele 1972 in München gebaut.
2. „Die Shiloh-Rancher“, Abbildung 5 : Dieses Motiv bezog sich auf eine seinerzeit im Fernsehen laufende amerikanische Western-Serie mit Einschaltquoten nahe „Wetten dass…?“.
3. „Die Brennerei Knolli-Brandi“, Abbildung 6: Hier wurde angekündigt, trotz der im Januar 1972 erhöhten Branntweinsteuer weiter trinken zu wollen. Und wenn es selbstgebrannter Kartoffelschnaps ist („Knolli-Brandi“). Es gibt bis heute keine Belege für das Gegenteil.
Der Veilchendienstagszug blieb in den ersten Jahren nach 1972 die Hauptveranstaltung des organisierten Karnevals in Froitzheim. Zeitweilig bestand der Zug aus bis zu 25 (!) Karnevalswagen, dazu noch Fußgruppen und Musikzüge. Diese Größe wurde nur möglich, weil sich viele benachbarte Orte ihrerseits mit Wagen am Froitzheimer Zug beteiligten.  Voraussetzung dafür war wiederum, dass die Froitzheimer ebenfalls Besuche machen konnten, was aufgrund der bis zu fünf im Ort gebauten Wagen gut gelang.
Zug 72
Abbildung 3: Der erste offizielle Umzug 1972. Einer der Ford- Einheitstraktoren auf dem Weg vom Ober- zum Unterdorf in Höhe Familie Anton Salentin im Begriff der Auflösung.
Abbildung 4: Die „Froitzheimer Olympiade“ jetzt umgekehrt auf dem Weg vom Unter- zum Oberdorf in Höhe Familie Matthias Valder.
Shiloh Ranch
Abbildung 5: Western in Froitzheim – Die Shiloh-Ranch.
Knollibrandi
Abbildung 6: Ärger über die Erhöhung der Branntweinsteuer – dann wird eben schwarz gebrannt.

Seit 1972 hat sich weder am Zugtermin etwas geändert, noch gibt es Grund zur Klage über mangelnden Zuspruch: Obwohl der Veilchendienstag mittlerweile für viele zum normalen Arbeitstag geworden ist, finden sich immer noch genügend Karnevalsbegeisterte, die sowohl den Zugweg verschönern, als auch bei der "After-Zoch-Party" den Tollitäten einen würdigen Rahmen für den manchmal tränenreichen Abschied geben. Es ist zudem überliefert, dass die „After-Zoch-Party“ nicht immer genau am Aschermittwoch vorbei gewesen ist. Das nennt man  Stehvermögen.
Der Einführung des Veilchendienstagszuges folgte der Wunsch, auch eine regelmäßige Sitzung durchzuführen. Dazu hat sich eine Zusammenarbeit mit der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft e.V. angeboten. Diese  feierte (und feiert) jedes Jahr im Januar ihr Patronatsfest mit einem Familientag. Ab Mitte der 1970er Jahre wurde der Abend dieses Tages genutzt, um karnevalistische Vorträge zu halten. Träger der besagten Abendveranstaltung war die Bruderschaft, Ausrichter die IGFK. Im dörflichen Sprachgebrauch war bald die Rede von der „Galasitzung“. Dieser Name ergab sich aus dem Umstand, dass bei den Familientagen nicht Kostüme, sondern Anzug für den Herrn und Kleid für die Dame als Dresscode erwünscht waren.
Der Dresscode ist natürlich längst Geschichte. Vielleicht wäre es spannend zu sehen, ob dessen Wiedereinführung heute noch beim Publikum durchgesetzt werden könnte. Getreu dem Adenauer´schen Wahlkampfslogan „Keine Experimente!“  soll es vorläufig bei der Frage bleiben.  Es sei denn, das Geschwätz von heute interessiert irgendwann in der Zukunft nicht mehr und man macht es doch. Wer weiß.
Daran dass die Karnevalsabteilung der „Alten Herren“ des SV 09 den Familientag der Schützenbruderschaft mitgestaltete, mag man schon erkennen, dass es zwischen der IGFK  und den anderen Ortsvereinen keine Berührungsängste gab. Vielmehr war die IGFK vom Tage null an fest im dörflichen Vereinsleben integriert. Das ist zum einen bis heute so geblieben und zum anderen auf ein von Anfang an bestehendes gemeinsames Ziel, nämlich den Bau einer gemeinschaftlich genutzten Bürgerhalle, zurückzuführen. Dieses Ziel erforderte formal ein paar Umwege und führte im Jahr 1980 zur Überführung der IGFK  in einen eigenständigen, den nunmehr dritten  Verein des Ortes. Hauptgrund für diesen Schritt war, dass die IGFK durch die zahlreichen Veranstaltungen, die mit äußerster Sparsamkeit und stets mit eigener Bewirtung durchgeführt worden waren, mittlerweile einen positiven Kassenbestand erwirtschaftet hatte. Dieser sollte nach dem Wunsch des ersten Vorsitzenden, Franz-Josef Becker, ausschließlich dazu dienen, den Eigenanteil des großen Vorhabens „Bürgerhalle“ zu finanzieren. Problematisch war jedoch, dass die IGFK formal Bestandteil des SV 09 war und somit kein Alleinverfügungsrecht über den Kassenbestand hatte. Dieser Konflikt wurde mit der Ausgliederung gelöst. Es sollte noch fast zehn weitere Jahre dauern, bis genügend Geld in den Vereinskassen war, aber Ende der 1980er Jahre war es endlich  soweit:
Das Projekt „Bürgerhalle“ wurde durch die Gemeinde Vettweiß genehmigt. Alle im Vorfeld bestehenden Bedenken änderten nichts daran, dass der seinerzeitige Ortsvorsteher Leo Havers und die drei Ortsvereine gemeinsam und mit großem Engagement an den Bau der Bürgerhalle gingen. Im Jahr 1992 konnte Vollzug gemeldet werden:  Die Bürgerhalle war fertig und so wurde am 15. Februar nach „...20 Jahren Improvisation…“ (Zitat Dürener Zeitung)  die erste  „Große Sitzung“ in der Bürgerhalle durchgeführt.
Anzumerken sei noch eines: Ob nun „Familienabend der Schützen“ oder „Große Sitzung“, im  dörflichen Sprachgebrauch hatte sich natürlich längst der Name „Galasitzung“ (s.o.) durchgesetzt und daher heißt selbige heute auch so. Gegenüber dem Familientag wurde das Programm der Sitzung zur Steigerung der Attraktivität erstens dezent mit Fremdkräften besetzt.  Zweitens gab es zur weiteren Aufwertung erstmalig einen Elferrat, der sich überwiegend aus den Gründungsmitgliedern zusammen setzte, Abbildung 7. Der Ausschank blieb auch in der Bürgerhalle wie gehabt in eigener Hand, weil einerseits  stets ein bewährtes Team zur Verfügung stand und man anderseits nach dem Bau der Bürgerhalle trotz aller Eigenleistung faktisch pleite war.
Elferrat
Abbildung 7: Die erste Galasitzung in der Bürgerhalle 1992: Präsident F.J. Becker und der Elferrat A. Scheben, J. Krabbel, M. Krumbach und T. Valder von links nach rechts.

Bis heute ist die Galasitzung die Hauptveranstaltung des Karnevals in Froitzheim und wird,  gemessen an allen anderen Dorfveranstaltungen, treffend mit dem Oberbegriff "Ausnahmezustand" beschrieben. Als Zeichen hierfür darf der typische Kartenvorverkauf um die Jahrtausendwende gelten: Am Sonntag ca. drei Wochen vor der Veranstaltung trafen die ersten Interessenten bereits um 6.00 Uhr morgens ein, um die begehrten Eintrittskarten zu ergattern. Man muss einräumen, dass der Andrang mittlerweile etwas zurückgegangen ist, dennoch ist immer noch "volles Haus" garantiert.   Dies liegt erstens an der Treue des Stammpublikums. Zweitens ist das angebotene Programm eine gelungene Mischung aus hochwertigen Fremdkräften, stets gelungener Darbietungen befreundeter Vereine aus anderen Orten und der Funkengarde mal mit, mal ohne Tollität(en). Und drittens kommt das Feiern zwischendurch nicht zu kurz, Abbildung 8 und Abbildung 9.
Rosenmontag im zelt
Abbildung 8: Impression von einem der letzten Kostümbälle am Rosenmontag im Festzelt.
Gala2015
Abbildung 9: Zum Vergleich eine Impression der Galasitzung 2015 – es hat sich etwas getan in der IGFK

Heute gibt es mit Ausnahme der Funkengarde keine eigenen Kräfte mehr, so dass an dieser Stelle rückblickend (und stellvertretend für alle!) drei Froitzheimer Attraktionen besonders hervorzuheben sind: Das Männerballett „Flotte Söck“, „Der Jong us dem Leeve“ Frank Scheben und der „Dorfchronist“ Willi Gorhold : Willi, Abbildung 10, ließ es sich jahrelang nicht nehmen, jedes Jahr zu Karneval seinen eigenen Jahresrückblick dem gespannten Publikum zu präsentieren. Heute würde man sagen, dass der Willi gut vernetzt war, denn es entging ihm kaum eine Begebenheit.
Willi
Abbildung 10: Willi Gorhold

Als Beispiel möge die Anekdote darüber dienen, wie ein Traktor auf vereister Brücke als Schlitten betrieben wurde: Vollgas Brücke hoch, oben Kupplung „für mehr Schwung“ durchtreten, ´runterrollen und unten Fußbremse „rechts“ oder „links“ zur abschließenden Pirouette.  Die Schlittenfahrer waren bis zu Willis Vortrag völlig sicher, dass niemand, vor allem der Eigentümer des Traktors, etwas von der Extratour mitbekommen hatte. Das war weit gefehlt, Willi war der unerlaubte Ausflug nicht entgangen, und so kam es beim morgendlichen Katerfrühstück zur väterlichen Sitzungsnachlese mit den Worten „Dat mähste net noch ens!“.
Es ist anzunehmen, dass zeitgleich an mehreren Frühstückstischen des Dorfes  überraschend bekannt gewordene Ereignisse des vergangenen Jahres nachbesprochen wurden.  Allerdings sei festgestellt, dass Willi nie die Grenzen des Anstands überschritten hat und seine „Neuigkeiten“ schlussendlich immer mit einem Augenzwinkern zu den Akten gelegt werden konnten.

Frank hingegen war bis 1993 als „Der Jong us dem Leeve“ absoluter Höhepunkt der Galasitzung und fesselte das Publikum in einer Art und Weise, wie es klassischen Büttenrednern heute kaum noch gelingt, Abbildung 11. Genügend Stoff für das tragende Thema gab ihm seine fiktive Gattin, das „Moosröschen“.
Die typischen „Alltagsmoleste“ mit besagtem „Moosröschen“ trug Frank in vollendetem Froitzheimer Platt, mit ausladender Gestik und stets passender Mimik vor.  Folgende Kostprobe diene als Nachweis für den typischen Humor, der nicht zuletzt wegen des erkennbaren „kölschen“ Ursprungs stets mit großer Begeisterung vom Publikum aufgenommen wurde:
„Nee...ihrlisch jesaat ich bin fruh dat ich he bin...su nette Lück...Ävver kenne Se eigentlich mi „Moosrösche“... et Schneeflöckche...? Dat es ene Kavensmann von 3 ½ Zentner. Üverall wo ich ming Frau vürstelle, sage de Lück:  „Stell se widde fott“. Dat einzige wat die ungeändert drage kann, dat es ene Regenschirm…Ich han jo zuierz jedach, die breng Mitgift met. Bringt die Gift met! De Schwiejermotte !!!!! Et jit  jo jood Schwiejermötte und et jit schläch Schwiejermötte. Ävver die ich met kriegen han, die han se extra für mich verwahrt. Und die hät en Mul am Kopp. Wann die de Mul obmäht, dann brengk us Katz de Jonge in Sicherheit.“ Un die es noch korpulenter wie mi Moosrösche. Un ich han en kleen Wohnung. Wenn die zu Besög kütt, muss ich de Bilder van de Wank hange. Söns es Plaaz zuwinnisch. Ävver wenn die Zwei Kaffee drinke, dat müsst Ihr sehen, Leute. Tellere voll Hefedeilche....Hefedeilche....Hefedeilche....un dann singe die Zwei och noch: „Mer welle niemols useinander jon.“  [Frank Scheben]
Frank Scheben
Abbildung 11: Der Jong aus dem Leeve - Frank Scheben

Last but not least soll das einzig wahre Männerballett gewürdigt werden,  Abbildung 12. Die „Flotte Söck“ boten von 1995 bis 2009 seriöse und akrobatische Tanzvorführungen fernab von dem, was man sich landläufig unter Männerballett vorstellt – entweder verkleidet als Frau oder mit den eigenen Schwächen um die Hüftregion kokettierend. Nein, die Darbietungen, welche unter der Leitung von Vera Cremer und Frank Zimmer einstudiert wurden, reichten in den Jahren 2003 und 2005 zum ersten Platz bei den offenen Stadtmeisterschaften in Eschweiler.
Flotte Söck
Abbildung 12: Die „Flotte Söck“ von links nach rechts: Markus Strick, Patrick Schieren, Uwe Valder, Ulrich Broichmann, Wilfried Vorbrüggen, Ludwig Kertz, Wolfgang Cremer, Frank Zimmer

Die Akrobatik forderte ihren Preis, so dass man mitunter Begleitschäden in Kauf zu nehmen hatte: So wurde Uwe Valder während eines Auftritts in Obermaubach bei einer Hebefigur durch eine abgehangene Decke geschleudert. Patrick Schieren hingegen mochte scheinbar nach einem gelungenen Auftritt in Nemmenich nicht mehr von der Bühne und blieb aus ungeklärter Ursache beim Abbau der Abschlusspyramide in der Dachkonstruktion hängen. Die IGFK blickt heute gerne auf die „Flotte Söck“ zurück und so wird an dieser Stelle kein Geheimnis verraten, wenn sich im Jahr 2015 hartnäckig Gerüchte der Wiederauflage halten. Die ersten Schritte dazu sind getan, man wird sehen, ob die Nachfolger den notwendigen Willen mitbringen und ähnlich erfolgreich werden. Und bevor jemand nachfragt: Nein, die ehemaligen „Flotte Söck“ sind heute allesamt „Alte Säck“ und bestenfalls beratend dabei. Ein Sieg der Einsicht.

Zurück zum Geschehen nach der ersten Galasitzung 1992. Zwei Jahre später, nämlich 1994, wurde eine weitere Neuheit erfolgreich eingeführt. Zum 2x11-jährigen Bestehen gab die IGFK sich erstmalig ein Dreigestirn, namentlich Prinz Gottfried I. (Gottfried Salentin), Jungfrau Friederike I. (Fritz Ruffing) und Bauer Alf I. (Alf Cremer), Abbildung 13.
Erstes Dreigestirn
Abbildung 13: Das erste Dreigestirn 1994

Alle drei waren zu diesem Zeitpunkt gestandene Vereinsmitglieder und haben scheinbar ihre Aufgabe so gut gemacht, dass Lust auf mehr davon entstand. Wurde die Besonderheit „Dreigestirn“ im Jahr 1994 noch als Eintagsfliege belächelt, kann den Tollitäten heute, 2x11 Jahre später ein eigenes Kapitel gewidmet werden. So kann man sich irren. Anmerkung der Redaktion: Wie der aufmerksame Leser vielleicht gemerkt hat, fehlt in der Aufzählung das 11jährige Bestehen der IGFK aus dem Jahr 1983. Nun, besondere Aktivitäten anlässlich dessen sind nicht bekannt, aber gefeiert wurde sicherlich.

Weil sich bereits im Folgejahr erneut ein Dreigestirn fand, war neben dem Veilchendienstagszug und der Galasitzung für die Proklamation der Tollitäten eine weitere regelmäßige Veranstaltung geboren. In der ersten Dekade als Sitzung, seit 2007 als „Karnevalistischer Frühschoppen“, der stets im frühen Januar stattfindet. Das heißt, wenn in Schweden am 13. Januar zum Ende der Weihnachtszeit „Knut“ kommt, ist in Froitzheim die jeweilige Tollität schon da.  Schließlich ist keine Zeit zu verlieren: Aschermittwoch kommt viel zu schnell und da ist ja bekanntlich „…alles vorbei…“.

Es fehlen jetzt noch zwei Veranstaltungen, die bisher keine Erwähnung gefunden haben: Der Kindernachmittag und das die Session abschließende Fischessen. Die Abbildung 2 zeigt das typische Programm der 1980er Jahre, welches nicht zuletzt auf wirtschaftlichen Zwängen beruhte: Erstens war jedes Jahr die Miete für das Festzelt zu decken, zweitens sollte Profit für das große Ziel, die Bürgerhalle, erwirtschaftet werden. Mit deren Errichtung war der Veranstaltungsdruck ein wenig genommen, so dass die Disco und der Rosenmontagsball ab Anfang der 1990er Jahre nicht fortbestehen konnten. Am Rosenmontag war schlicht die Anzahl konkurrierender Veranstaltungen zu groß. Mit der Aufgabe dieser Veranstaltung wurde die traditionelle Tombola auf den Kostümball am Samstag verlegt. Bezüglich der Disco ist festzuhalten, dass hier entweder der Generationenwechsel im sogenannten „Disco-Team“ nicht richtig funktioniert oder die Zeit das Veranstaltungsmodell überholt hatte. Jedenfalls war die Luft ´raus und die Disco findet an dieser Stelle möglicherweise ihre letzte öffentliche Erwähnung.
Dieses schlichte Ergebnis traf schließlich auch den Karnevalssamstag. 1996 war für den Kostümball kein Fortbestand wirtschaftlich vernünftig zu begründen. Während das Ende der Disco ersatzlos erfolgte, kann für den Karnevalssamstag Erfreuliches vermeldet werden: Den freien Termin nutzte die „Dorfgemeinschaft Frangenheim e.V.“ ab dem Jahr 2000 zur Durchführung einer eigenen Karnevalsveranstaltung in der Frangenheimer Blockhütte. Wer also am Karnevalssamstag in Frangenheim oder Froitzheim schön traditionell und mitunter deftig  feiern will  und nicht weit fahren möchte, wird dort bestens bedient.
Ein besonderes Highlight dieser  Veranstaltung fand im Jahr 2011 statt: Die Gebrüder Wollseifen, allesamt geborene und ortsansässige Frangenheimer, gaben das Dreigestirn bei der IGFK in Froitzheim und waren gleichzeitig die große Attraktion beim 11jährigen Jubiläum des „Karnevals in der Blockhütte“.

Mit Wegfall besagter Samstagsveranstaltung in Froitzheim entstand die Aufgabe, einen neuen Rahmen für die Tombola zu finden. Dazu sei vorausgeschickt, dass die IGFK bereits seit 1990 zum Sessionsende ein Fischessen durchführte, welches jedoch bis dato den Mitgliedern der IGFK als Dank für Beiträge und Dienste vorbehalten war. Nach kurzer Überlegung war klar, dass dieses Fischessen fortan für jedermann veranstaltet werden sollte  und so wurde  die Tombola auf den ersten Samstag nach Aschermittwoch, den nunmehr festen Termin des Fischessens,  verlegt. Fast 20 Jahre später hat sich auch diese Idee als ziemlich gut erwiesen: Das Fischessen ist heute fest als stimmungsvoller Ausklang der Session im närrischen Froitzheimer Kalender etabliert. Neben dem obligatorischen Fisch, den der Verein allen Besuchern als "Dankeschön" spendiert, gehören die Vorführung des Zugfilms und eine erstklassig bestückte Tombola mit Saalpreis zum festen Programm des stets gut besuchten Abends. Für die Aufnahme, den Schnitt und die Vorführung des professionellen Films zeichnet seit vielen Jahren Elmar Jendrzey verantwortlich, dem an dieser Stelle ausdrücklich gedankt sei, Abbildung 14.
Elmar
Abbildung 14: Elmar filmt. Seit Jahren. Auch Dich, wenn Du im Zug dabei bist.

Der Kindernachmittag hingegen ist frei von jeglichen wirtschaftlichen Überlegungen und schlichtweg eine Selbstverständlichkeit. Außerdem ist der Kindernachmittag möglicherweise ohnehin älter als alle anderen Veranstaltungen.
Bereits zu Zeiten der Grundschule Froitzheim wurde regelmäßig in deren „Sporthalle“ ein karnevalistischer Nachmittag abgehalten. Es ist anzunehmen aber nicht verbrieft, dass die IGFK die Ausrichtung diese Nachmittages Mitte der 1970er Jahre übernommen hat, nachdem die Grundschule Froitzheim 1977 geschlossen und in  die Grundschule Vettweiß integriert wurde. Heute kann mit Stolz behauptet werden, dass aus dem Kindernachmittag, zu dem natürlich auch die Eltern willkommen sind, eine Veranstaltung „Jugendabteilung für Kinder“ geworden ist.
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Abbildung 15: Impression des Kindernachmittages 2015

Der Nachmittag wird von Kindern und Jugendlichen der eigenen Tanzgarden und befreundeter Vereine gestaltet. Neben deren Vorführungen gehört auch die Prämierung der besten Kostüme in verschiedenen Altersklassen zum Programm. Den Abschluss des Kindernachmittages bildet immer eine besondere Attraktion, zumeist ein Zauberer, Abbildung 15 . Die Bewirtung von Kindern und Eltern mit selbst gebackenen Leckereien aus der Cafeteria und kühlen Getränken erfolgt zum größten Teil durch die Jugendabteilung.  Damit ist die geschichtliche Entwicklung der IGFK anhand des Veranstaltungskalenders von 1972 bis heute aufgezeigt. Aus dem, was 1972 „Klein aber fein!“ begonnen hat, entwickelte sich rasch ein umfangreiches Festprogramm. Es war natürlich zu erwarten, dass die fehlende Größe Froitzheims, das regional steigende Angebot und die gleichzeitig höhere Mobilität Korrekturen notwendig machen würden.  Diese wurden rechtzeitig und mit Augenmaß durchgeführt, wobei man sich nicht ausschließlich auf das Streichen von Veranstaltungen konzentrierte, sondern auch bereit war, Neues zu probieren.So wurde im November 2003 ein Konzert „Oldie meets Mundart“ mit den regionalen Bands „Jokers“ und „Schweeß Fööß“ durchgeführt. In der Nachbetrachtung war das eine schöne Veranstaltung,  aber Aufwand und Nutzen standen letztlich in keinem guten Verhältnis. Ein nicht ganz so erfolgreicher Versuch schreckt die IGFK jedoch nicht. Das Programm wird auch zukünftig behutsam weiter entwickelt, ganz so wie die Wünsche des Publikums es notwendig machen und es den Möglichkeiten der IGFK entspricht.

Die IGFK wird 3 x 11 Jahre alt … und feiert
Das 3x11-Jährige Bestehen im Jahr 2005  wurde mit einem Festkommers begangen. Anlässlich dessen wurden im stimmungsvollen Rahmen die noch lebenden Gründungsmitglieder gewürdigt, aber auch besonders engagierte Mitglieder der IGFK für ihre langjährigen Verdienste geehrt.
Diese vereinsübergreifenden Ehrungen waren erst dadurch ermöglicht worden, dass man 1988 im Bund deutscher Karneval aufgenommen worden war.  Zu den geehrten Gründungsmitgliedern, Abbildung 16, zählten Theo Vogel, Fritz Ruffing, Hans Hennicke, Adolph Scheben, Theo Valder und Willi Gorhold. Es fehlen: Franz-Josef Becker, Johann Berger, Dionys Chorus und Josef Krabbel.
Als besonders verdiente Mitglieder wurden auf dem Festkommers Vera und Alf Cremer, Frank Zimmer, Frank Scheben, Gottfried Salentin und Günter Schmitz von den seinerzeit tragenden Säulen des Vereins ausgezeichnet, Abbildung 17 und Abbildung 18.
Ehrung
Abbildung 16: Ehrung der Gründungsmitglieder mit dem „RVD Gold“  in der Session 2004/2005
Ehrung
Abbildung 17: Ehrung verdienter Mitglieder in verschiedenen Kategorien
Ehrung
Abbildung 18: Peter Fest (Präsident), Guido Krabbel (1. Vorsitzender) und Alf Cremer (Geschäftsführer)

Die Präsidenten – immer ganz vorne
„Reden können muss er. Mehrsprachig: platt und hochdeutsch. – Flexibilität ist seine Stärke, manchmal ist Improvisation alles. – Er sitzt erhöht vor und ist dennoch auf Augenhöhe mit allen anderen. – Der James Bond unter den Karnevalisten: Allzeit bereit zwischen Neujahr und Aschermittwoch. – Er ist offen:  Kontakte sind wichtig! – Er steht mitten im Leben: Er hat Kontakte. – Ansprachen hält er mit Esprit, meist humorvoll, einfühlsam wenn notwendig und immer mit persönlichem Bezug zum Angesprochenen.“
So oder so ähnlich müsste der Ausschreibungstext lauten, wenn die IGFK das Amt des Präsidenten ausschreiben würde. Muss sie aber nicht, denn bisher wurden die Präsidenten, drei an der Zahl, immer in den eigenen Reihen gefunden und alle drei haben die notwendigen Merkmale mehr als erfüllt.
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Abbildung 19: Präsident F.J. Becker (links, 1992-1999) und Präsident Peter Fest (rechts, 2000-2013)

Im Jahr 2001 übernahm Peter Fest, das Amt des Präsidenten von Franz-Josef Becker. Ein schweres Erbe, schließlich galt Franz-Josef Becker in seiner Funktion als erster Vorsitzender (seit 1980) und Präsident (seit 1992) in der IGFK als unersetzbar. Die Geschichte der scheinbaren Unersetzbarkeit widerholte sich im Jahr 2013: Peter Fest hatte bis dahin auf unnachahmliche Weise nahezu alle Veranstaltungen geleitet und scheute im Notfall nicht davor zurück, bei unerwarteten Programmlücken kurzerhand selber die Bühne zu übernehmen.
Ein Jahr (2009) fehlte Peter entschuldigt, weil er Prinz des Dreigestirns war. Die würdige Vertretung übernahm Lothar Gerling. Frei nach dem Motto "Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören!" wurde ab 2014 der Staffelstab an den neuen Präsidenten Ludwig Kertz und den Vizepräsidenten Lothar Gerling übergeben. 
Peter Fest bleibt dem Verein selbstverständlich in anderer Funktion, nämlich als 1. Vorsitzender, treu - es wäre anders auch nicht denkbar gewesen. Die beiden Nachfolger, Lutz und Lothar, haben sich in den Jahren 2014 und 2015 die ersten Sporen verdient und heute ist sicher: Die Übergabe des Staffelstabes hat einmal mehr geklappt.
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Abbildung 20: Präsident L. Kertz (links, seit 2014) und Vizepräsident Lothar (rechts, seit 2014)

Die  Funktionsträger – Verantwortung für den Verein
In jedem Verein gibt es neben der Mitgliederversammlung das Organ des geschäftsführenden Vorstandes. Dieser verantwortet die Aktivitäten des Vereins wie ein  Auszug aus der Satzung §7, Absatz 2, verdeutlicht:
„Die Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes werden für die Dauer von drei Jahren gewählt. Wiederwahl ist möglich. Scheidet ein Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes aus, so ist auf der nächsten Mitgliederversammlung eine Ergänzungswahl vorzunehmen. Dem geschäftsführenden Vorstand obliegen die Führung des Vereins, sowie die Durchführung der von der Mitgliederversammlung gefassten Beschlüsse und die Verwaltung des Vermögens. Die Gesellschaft kann nur durch zwei Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes zusammen vertreten werden.“
Die Mitglieder, die sich in der Geschichte der IGFK dieser besonderen Verantwortung gestellt haben, sind allemal einer namentlichen Erwähnung wert. Besonders zu würdigen ist jedoch der Umstand, dass es keine außerordentliche Fluktuation gegeben hat, sondern meist nur generationsbedingte Wechsel erfolgten, Abbildung 21. 
Das ist nur möglich, wenn die Bereitschaft besteht, persönliche Interessen dem Vereinsinteresse unterzuordnen und „an einem Strick“ gezogen wird. Dafür gilt allen Mitgliedern der geschäftsführenden Vorstände der besondere Dank der IGFK. Dank gebührt natürlich auch denjenigen, die außerhalb dieses engeren Kreises im Vorstand Verantwortung übernommen haben. Entweder im Beirat als Archivare oder Beisitzer oder als Vertreter der Jugendabteilung (Jugendobmann, Jugendsprecher, Jugendschatzmeister oder Jugendschriftführer).
Struktur
Abbildung 21: Besetzung des geschäftsführenden Vorstandes seit 1980

"Funkenmutter" und Geschäftsführer - eine Würdigung
"Die im Hintergrund, die sieht man nicht!" und doch sind sie da und es geht nicht ohne sie. Nach zweimal 30 Jahren Ehrenamt wurden auf der Galasitzung 2015 Vera und Alf Cremer von Präsident Ludwig Kertz unter "standing ovations" in den verdienten Ehrenamtsruhestand verabschiedet, Abbildung 22."Ladies first" und so wird mit der "Funkenmutter" begonnen.
Vera hat in 30 Jahren unermüdlicher Arbeit als Trainerin unsere Funken zum Aushängeschild der Gesellschaft geformt. Ob kleine, mittlere oder große Funken, ob Showtanz oder „Flotte Söck“: Immer arrangierte Vera  von unten das Bild - ob lehrend, antreibend oder tröstend, jede Rolle wurde wohl dosiert zum richtigen Zeitpunkt ausgefüllt. Andere Tätigkeiten wie z.B. der Einkauf für die Tombola oder die Programmgestaltung aller Sitzungen wurden nebenbei erledigt. Zuverlässig.
Apropos: Die Eigenschaft „Zuverlässigkeit“ wird in besonderem Maße erwartet, wenn die Geschäfte eines gemeinnützigen Vereins zu führen sind. In der Geschäftsstelle laufen alle Fäden zusammen, welche die steuerlichen, vereinsrechtlichen und versicherungstechnischen Belange des Vereins betreffen. Dieses wichtige Amt wurde 28 (!) Jahre von Alf Cremer mit Leben gefüllt. Alf ist damit bisher derjenige, der auf die längste Amtsperiode im geschäftsführenden Vorstand verweisen kann, Abbildung 21. Besonders hervorzuheben ist dabei sein stets freundliches und besonnenes Auftreten, egal, ob es nur um die Sache oder um das Wohl der Vereinskameraden ging. Über Bühnenerfahrung verfügt Alf auch, war er doch seine Deftigkeit, Bauer Alf I. im ersten Froitzheimer Dreigestirn.
Nach dieser Vorrede dürfte auch klar sein, dass keiner der beiden "sein" Amt  einfach so zur Verfügung gestellt hat. Selbstverständlich wurden und werden alle Nachfolger, zwei reichen nicht (!), sorgfältig in ihre Aufgaben eingearbeitet, so dass der Verein erneut, dieses Mal von einer reibungslosen Übergabe, profitiert. Vera und Alf: Die I.G. Froitzheimer Karneval e.V. sagt dafür "Herzlichen Dank!".
Vera Alf
Abbildung 22: Vera und Alf Cremer bei ihrer Verabschiedung im Jahr 2015

Die Tollitäten – jedes Jahr anders, immer klasse
Anlässlich des 2 x 11jährigen Bestehens der IGFK wurde in der Session 1993/94 erstmals ein Dreigestirn proklamiert. Seither sind die Tollitäten zu einem festen Bestandteil des karnevalistischen Treibens im Ort geworden.
Weil aber in jedem Jahr auch noch das Amt des Schützenkönigs zu besetzen ist und bis Anfang der 2000er Jahre auch das des Hahnenkönigs zu besetzen war, konnte „mangels Masse“  nicht jedes Jahr ein komplettes Dreigestirn hervorgezaubert werden. So musste dann erstmals in der Session 2000/ 2001 ein Prinz alleine die Regentschaft übernehmen.
Seither sind auch die Feiermodelle  „Prinzessin“ und „Prinzenpaar“ erfolgreich dem Praxistest unterzogen worden, so dass aus der damalig empfundenen Not heute eine Tugend geworden ist und man mit Überzeugung sagen kann: „Egal, ob Dreigestirn, ob Prinz/Prinzessin oder Prinzenpaar: Gefeiert wird immer!“.
Durch die Flexibilität wurde Kontinuität sichergestellt. Hinzu kommt, dass die IGFK den Bewerbern bewusst kein starres Regelwerk für die Ausgestaltung des Amtes vorschreibt. Vielmehr wird jedes Jahr im Dialog ein tragfähiges, individuelles Konzept entwickelt, welches sich nicht zuletzt auch an den Möglichkeiten der Bewerber orientiert. Pflichtprogramm ist lediglich die Aufnahme von 3-5 Sessionsliedern, egal ob Gassenhauer oder  individuell, für die zahlreichen Auftritte auswärts und zu Hause.
Die in nunmehr 22 Jahren entstandene bunte Mischung der verschiedenen Tollitäten ist nachfolgend chronologisch aufgeführt. Es ist an dieser Stelle angebracht, ausnahmslos allen für ihr Engagement zu danken und dabei auch die jeweiligen Adjutanten ausdrücklich einzubeziehen. Alle haben das Ehrenamt unverwechselbar auf ihre Weise aber stets mit vollem Engagement und sehr zur Freude der IGFK ausgefüllt. Selbst ein Bauer, der wegen eines Gipsbeins im Rollstuhl auf die Bühne geschoben werden musste, war dabei. Sonstige sessionsbedingte Verluste mussten bislang nicht beklagt werden. Wer jetzt noch Fragen zum Bewerbungsverfahren hat, dem sei geholfen: Bewährt hat sich unter anderem die einfache Methode, während der „After-Zoch-Party“ einen formlosen Vertrag auf einem Bierdeckel abzuschließen, Abbildung 23.
Vertrag
Abbildung 23: „Vertrag“ des Dreigestirns 2011

Unsere Funkengarde: Klein angefangen, heute ganz groß
Der Abschluss des vorangegangen Kapitels bildet einen schönen Anfang zur Geschichte der Jugendabteilung bzw. der  Funkengarde: Mit Prinzessin Sabrina I. nahm 2015 nach Prinzessin Sonja 2008 bereits zum zweiten Mal ein Mitglied der Funkengarde das närrische Zepter in die Hand. Es ist zu hoffen, dass Sonja und Sabrina damit ein Zeichen setzen konnten und die Funkengarde auch zukünftig als „Tollitätenquelle“ dient.
Begonnen hat die Geschichte der Funkengarde im Jahr 1985, nachdem Frank Zimmer und Vera Cremer angeregt hatten „Tanzgruppen“ aufzustellen. Der Vorstand leistete dieser Anregung Folge, so dass rasch mit der Umsetzung des Vorhabens begonnen werden konnte. Eine Dorfsammlung sorgte für die Erstausstattung, Stiefel und Hüte wurden von den Eltern der zukünftigen Funkengarde bezahlt. Eine ganz wichtige Hilfe nicht nur beim Start war Irene Kremer, die lange Jahre das Schneidern der Kostüme übernahm.
Den ersten Auftritt absolvierten die „Tanzgruppen“ am 19.01.1986 anlässlich der Kindersitzung der KG Sollener Spätzünder e.V.; am 01.02.1986 fand auf dem Familienabend der Bruderschaft/IGFK die Heimpremiere statt, Abbildung 24. Wie es sich auf dem Weg von  „Tanzgruppen“ zur Funkengarde gehört, wurde bereits in der nächsten Session 1987 mit Anita Schmitz das erste Funkenmariechen aus dem Hut gezaubert. Auch das erste Tanzpaar, Frank Zimmer und Birgit Krischer, feierte in diesem Jahr Premiere, Abbildung 25.
Heute können dem Publikum ein Tanzpaar, die kleine Garde (4 aktive Tänzer), die Juniorengarde (9 aktive Tänzer) und die Große Garde (9 aktive Tänzer) präsentiert werden. Zusätzlich hat sich aus diesem Kreis eine Showtanzgruppe (8 aktive Tänzer) etabliert. Das aktuelle Funkenmariechen, Sonja Kohnke, ist seit 2002 im Einsatz. Alle zusammen bieten den Besuchern des Proklamationsfrühschoppens oder der Galasitzung alljährlich ein tolles Eröffnungsbild, Abbildung 26.
Funkengarde
Abbildung 24: Aufstellung zur Heimpremiere 1986, von links nach rechts Melanie Ahrweiler, Verena Heimbach, Anita Schmitz und Andrea Botz.

Frank und BirgitAnita

Abbildung 25: Das erste Funkenmariechen Anita Schmitz (links) und das erste Tanzpaar, Frank Zimmer/Birgit Krischer auf dem Familienabend 1987.

Dieses Bild setzt für die IGFK zwei wichtige Signale nach außen:  „Wir haben Spaß und Freude an dem, was wir tun!“ und  „Seht her, wir sind das Ergebnis erfolgreicher Jugendarbeit!“.  Leider hat der Herrgott den Fleiß vor den Preis  gestellt und so geht auch Funkentanz nicht ohne Training. 
Die Proben für die nächste Session beginnen alljährlich ungefähr acht Wochen nach Sessionsende in der Bürgerhalle. Dabei werden  die jungen Damen und Herren auch heute noch von Vera und Frank angeleitet, wobei zwei ehemalige Mitglieder der Funkengarde und Töchter von Vera, Melanie Halfmann und Daniela Schoenen, mittlerweile die Rollen getauscht haben und ebenfalls als Trainerinnen aktiv sind. Natürlich entstehen für die Gardeuniformen und die Showtanz-Kostüme auch Kosten, die irgendwie erwirtschaftet werden müssen.
Es darf daher als Zeichen des besonderen Interesses der Funkengarde gewertet werden, dass seit 2004 alljährlich in eigener Regie eine „Kinderbörse“  durchgeführt wird, um  einen Großteil der Aufwendungen und Aktivitäten zu finanzieren. Ab und zu können die „Großen“ von den „Kleinen“ lernen. Die IGFK hat ein paar Jahre später die Idee der Funkengarde aufgegriffen und richtet seit 2009 zusätzlich eine „Frauen- und Mädchenbörse“ aus. 
Funken
Abbildung 26: Eröffnungsbild Proklamationsfrühschoppen 2015

Die Geschichte der I.G. - kompakt

1967   
•    Gründung der „Alte-Herren-Mannschaft“, es werden erste Festlichkeiten und Umzüge organisiert

1972
•    Gründung der „I.G. Froitzheimer Karneval“ als Unterabteilung der „Alte-Herren-Mannschaft“
•    Ausrichtung des ersten offiziellen Umzuges

1980
•    Ausgliederung der Karnevalisten aus der „Alte-Herren-Mannschaft“ als eigenständiger Verein
•    Franz Josef Becker wird 1. Vorsitzender

1984  
•    Gründung der Jugendabteilung

1985   
•    Gründung der Tanzgruppen

1988   
•    Aufnahme in den Bund deutscher Karneval (BdK)
•    Eintragung als „e.V.“ am 08.08.88

1990   
•    Das Programm wird um den „Rosenmontagsball mit Tombola“ gekürzt
•    Es wird - zunächst nur für Mitglieder -   ein „Fischessen“ eingeführt

1991 •    Erster Golfkrieg - Die Session fällt ersatzlos aus.
1992   
•    Umzug vom Festzelt in die „Bürgerhalle“
•    erste Galasitzung mit Elferrat und Präsident (1. Vorsitzender Franz-Josef Becker in Personalunion)

1994   
•    Das erste Dreigestirn um Prinz Gottfried I. wird proklamiert

1995   
•    Gründung der „Flotte Söck“

1996   
•    Das Programm wird um den „Kostümball mit Tombola“ am Samstag gekürzt
•    Das „Fischessen“ wird für jedermann geöffnet, jetzt mit Tombola.

2000   
•    Franz-Josef Becker legt das Amt des ersten Vorsitzenden und des Präsidenten nieder.

2001   
•    Guido Krabbel übernimmt das Amt des ersten Vorsitzenden.
•    Peter Fest wird neuer Präsident der IGFK
•    Franz-Josef Becker wird zum Ehrenpräsidenten der IGFK ernannt und für seine Verdienste mit dem BdK-Orden in Gold ausgezeichnet.

2002   
•    Die Homepage geht an den Start.
•    Der Euro kommt auch nach Froitzheim. Bezahlt werden kann in Euro oder DM, allerdings erst- und einmalig mit Verzehrkarten.

2003   
•    „Oldie meets Mundart“ – im November findet ein Konzert mit den „Jokers“ und den „SchweeßFööß“ statt.

2004   
•    Die erste „Kinderbörse“ der Jugendabteilung geht an den Start.

2005   
•    Festkommers zur Feier der 3 x 11 Jahre

2006   
•    Die IGFK feiert 2 x 11 Jahre „Rote Funken“

2007   
•    Die Proklamationssitzung wird durch den Proklamationsfrühschoppen ersetzt.
•    Gottfried Salentin scheidet aus dem Vorstand aus und wird für seine Verdienste mit dem BdK-Orden in Gold ausgezeichnet.

2008   
•    Markus Halfmann übernimmt das Amt des ersten Vorsitzenden von Guido Krabbel.

2009   
•    Die „Flotte Söck“ hören nach einmal elf plus drei (= 14) Jahren auf.
•    Lothar Gerling übernimmt für eine Session als Präsident – Peter Fest ist zum zweiten Mal Prinz.
•    In Ergänzung zur Kinderbörse wird die erste Frauenbörse durchgeführt.

2013   
•    Peter Fest legt das Amt des Präsidenten nieder, weil es „jetzt am Schönsten ist“.

2014   
•    Ludwig Kertz übernimmt als Präsident, Lothar Gerling wird Vizepräsident.
•    Vera und Alf Cremer werden für ihre außerordentlichen Verdienste mit dem BdK-Orden in Gold mit Edelsteinen ausgezeichnet.
•    Peter Fest übernimmt von Markus Halfmann das Amt des ersten Vorsitzenden.

2015   
•    Alf und Vera Cremer werden als „Aktive Mitglieder“ verabschiedet.
•    Agnes Salentin wird für 27 Jahre Vorstandsarbeit mit dem RvD-Orden in Gold mit Edelsteinen ausgezeichnet.

…Fortsetzung folgt

Die IGFK in Bildern im Oktober 2015
IGFK
Abbildung 27: Die IGFK - „Rotröcke“, Vorstand, „Hongelegge“, Rote Funken, Trainerteam
GF Vorstand
Abbildung 28: Der geschäftsführende Vorstand – Hans Stumm, Peter Fest, Markus Halfmann, Frank Scheben, v.l.n.r.
Vorstand
Abbildung 29: Der Vorstand einschließlich der Beisitzer
Jugendvorstand
Abbildung 30: Der Jugendvorstand – Linda Schweitzer, Christina Salentin, Melanie Halfmann, Daniela Schoenen, v.l.n.r.
Prinzengarde
Abbildung 31: Die Prinzengarde, ständiger und treuer Begleiter unserer Tollitäten
Mariechen Sonja Kohnke
Abbildung 32: Sonja Kohnke –„Mariechen“ der IGFK
Juniorengarde
Abbildung 33: Die Juniorengarde
Kleine Garde
Abbildung 34: Der Nachwuchs – die „Kleine Garde“
TanzpaarTrainer

Abbildung 35: Das Tanzpaar (v.l. Tabea Halfmann, Hannah Giesen) und die Trainer aller Garden (v.l. Daniela Schoenen, Melanie Halfmann)
Hongelegger
Abbildung 36: Die „Hongelegge“ – zumindest die, welche am frühen Sonntagvormittag schon kameratauglich sind.
Männerschautanz
Abbildung 37: Männerschautanz oder „Flotte Söck reloaded“
Schautanz damen
Abbildung 38: Damen-Schautanzgruppe der Funkengarde

„Freiwillige vor!“ –  Teamwork in der IGFK heute und in Zukunft
An den Erfolg des Teamworks und zielgerichteten Miteinanders glauben alle, die den Karneval Froitzheim heute möglich machen und ihre Freizeit unter anderem folgenden Aktivitäten widmen:

Ausreichend vor den eigenen Veranstaltungen: Einkaufen,  Bürgerhalle herrichten, Bürgerhalle wieder aufräumen. Programme gestalten. Den Ausschank organisieren, den Ausschank in Eigenregie durchführen. Die Technik (Ton, Licht) für ansprechende Darbietungen bereithalten. Ach ja, bisschen Werbung muss ja auch sein: Information an regionale Medien, Einladungen drucken und verteilen. Finanziert werden will die Session auch,  unter anderem durch Dorfsammlung und Losverkauf - „Freiwillige vor!“, siehe oben. Stetige Präsenz auf auswärtigen Veranstaltungen sicherstellen: Organisation durch das "Karnevalstelefon", während der Session bevorzugt jeden Donnerstag  nach 20 Uhr und unermüdlich. Man sieht die Nummer, weiß was kommt und hebt trotzdem ab. Umzüge zu Hause und auswärts: Wagen bauen, Versicherungen abschließen, Genehmigungen einholen, Kamelle kaufen.
In den Aufzählungen fehlt alles das, was sonst noch Bestandteil einer langen Liste ist, die seit vielen Jahren zuverlässig in der Gruppe abgearbeitet wird. Als Beispiel dafür, wie Teamwork über Generationen hinweg funktionieren kann, möge stellvertretend der „Thekendienst“ dienen: Man kennt das geflügelte Wort "Die Alten bauen es auf, die Nachfolger verwalten es, die Enkel richten es zugrunde".  Die Gründerväter haben – das gemeinsame Ziel „Bürgerhalle“ stets vor Augen -  vom Tage null an zum Beispiel den Ausschank in eigener Regie durchgeführt. Mit Beginn der 1980er Jahre erfolgte die „Übergabe“ dieser Aufgabe an die nächste Generation. Und ab 2013/2014 fanden sich die ersten Enkel, ausgerüstet mit Tablett und Kellnerschürze,  in der Bürgerhalle wieder. Die skizzierte Erbfolge ist natürlich nur als Bild zu verstehen. Tatsächlich haben sich über die Zeit immer wieder Teams bewährt, die sehr gut zusammengesetzt waren: Unterschiedliche Geschlechter, unterschiedliche Altersgruppen, und „hurra“, auch unterschiedliche Kulturen. Weiter so – dann lässt das für die Zukunft schon mal hoffen, Abbildung 39.
Thekenteam
Abbildung 39: Thekenteam Galasitzung

Dann gibt es noch die erfolgreiche Jugendarbeit: Seit der Gründung der Jugendabteilung 1984 ist diese nicht geschrumpft, sondern im Gegenteil gewachsen. Das ist ein gutes Zeichen. Seit 2014 ist diese Jugendabteilung mit gleich sechs Mitgliedern im Vorstand vertreten und übernimmt dort Verantwortung, z.B. für die Programmgestaltung.  Hiermit wurde sogar ein sehr gutes Zeichen gesetzt.
Schließlich die sogenannten „Hongelegge“. Damit wird gemeinhin die aktive Dorfjugend (meistens durstig, immer hungrig, stets bereit zu feiern), angereichert mit Freunden aus umliegenden Orten bezeichnet. Diese Gruppe repräsentiert die IGFK mit zunehmendem Engagement auf auswärtigen Veranstaltungen und übernimmt Aufgaben bei den eigenen Veranstaltungen. Nur auf der Galasitzung und der „After-Zoch-Party“ am Veilchendienstag entziehen sie sich bisher noch der Vereinsräson und feiern lieber mit. Das ist auch gut so. Noch…
Die IGFK hat somit allen Grund, auch den nächsten elf Jahren erwartungsvoll entgegen zu sehen. Leider kann niemand verlässlich die Zukunft vorhersagen und deswegen ist die gewollte Einbindung der Jugend nicht mehr als ein guter erster Schritt. Ausbildung, Beruf und Familie könnten die „Hongelegge“ und „Funkengarde“ noch sonst wohin verschlagen und das ist völlig in Ordnung, solange es nicht mit „Düsseldorf Helau“ endet. Was bleibt den heutigen Stützen des Vereins zu tun? Zuallererst ist von den Gründervätern zu lernen, dass es irgendwann an der Zeit ist, in den Hintergrund zu treten.
Dazu gehört, dass man den Nachfolgern vertraut und ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht. Aber nur dann, wenn es notwendig ist, denn wer nur in die Fußstapfen seiner Vorgänger tritt, hinterlässt selber keine.  So bleibt zu hoffen, dass die heutige Jugend der Geschichte der IGFK in Zukunft kräftige Abdrücke hinzufügt.

Fragen rund um Karneval: Die Sendung mit der Maus
Warum ändert sich von Jahr zu Jahr der Termin von Karneval?
Der Termin für Karneval richtet sich nach dem Mond: Aschermittwoch ist immer 46 Tage vor Ostersonntag. Ostersonntag ist am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach dem Frühlingsbeginn (Tag- und Nachtgleiche am 20./21. März). Aus diesen Daten  entwickelte der Mathematiker Carl Friedrich Gauß eine "Osterformel", um den Ostersonntag vereinfacht berechnen zu können. Frühester Karnevalstermin: Frühlingsbeginn 20. März, Vollmond 21. März und der fällt auf einen Samstag. Dann ist am 22. März Ostersonntag. Davon 46 Tage abgezogen, erhält man für Rosenmontag den 02. Februar. Das wird im Jahr 2285 das nächste Mal der Fall sein.Spätester Karnevalstermin: Frühlingsbeginn am 20. März,  Vollmond 18. April, der auf einen Sonntag fällt. Dann sind am 25. April Ostersonntag und wiederum 46 Tage zuvor, nämlich am 08. März, Rosenmontag. Im Jahr 2038 haben wir das nächste Mal die längst mögliche Session, denn angefangen wird ja immer am 11.11. (siehe unten). Alles dazwischen ist sehr kompliziert zu berechnen, daher merken wir uns nur: Irgendwann zwischen Anfang Februar und Mitte März müssen jedes Jahr ein paar Tage Urlaub eingeplant werden.

Warum ist gerade die 11 als „närrische Zahl“ bekannt? Hätte man nicht stattdessen auch die Wurzel aus 3 nehmen können?
Die närrische Zeit beginnt alljährlich am 11.11. um 11:11 Uhr. Wir kennen den Elferrat und närrische Jubiläen wie jetzt „viermal elf“. Die Universität Mainz gibt verschiedene Erklärungsansätze:
• …aus dem Kirchenkalender: Am 11.11. ist das Martinsfest, von dort sind es 40 Tage bis Weihnachten, von dort 40 Tage bis Mariä Lichtmess am 02. Februar (= frühester Rosenmontagstermin, siehe oben), weitere 40 Tage bis Ostern, nochmal 40 Tage bis Christi Himmelfahrt. 
• …aus der Deutung aus dem Glauben und der Heiligen Schrift: „Die Elf kennzeichnete alle Menschen, die außerhalb der Sittengesetze standen - alle, die die Zehn Gebote überschritten hatten.“ Damit verwies die 11 auf Sünde und Untergang:  „Auf alten Kupferstichen und Gemälden des 16. und 17. Jahrhunderts mit Darstellung des Weltuntergangs oder des Jüngsten Gerichtes zeigen Uhren stets die elfte Stunde an.“
• …oder direkt aus Köln:  “Mathias Joseph De Noel gab unter dem Eindruck der Französischen Revolution bei der Reform der Kölner Fastnacht der Elf eine neue Deutung: Eins neben Eins als Zeichen der Eintracht unter den Jecken.“ 
Gerade diese letzte Erklärung dürfte den meisten Jecken so gut gefallen, dass sich die Frage nach Wurzel aus 3 nicht mehr stellt.
[Quelle: http://www.staff.uni-mainz.de/willi/mainz/fastnacht/narrenzahl.htm].

Karneval heißt was?
Das Wort „Karneval“ wurde als „ Lehnwort von dem italienischen Substantiv carnevale im 17. Jahrhundert übernommen, und dies von mittellateinisch Carnelevarium „Vorfastenzeit“ zu lateinisch carnem levare „das Fleisch wegnehmen“, da zu früherer Zeit ein Fleischverbot zur Fastenzeit herrschte.“ Ja, und deswegen haben wir nach Veilchendienstag das Fischessen und kein „Angrillen“.
[Quelle: http://www.wortbedeutung.info/Karneval/]

Wo kommt der Ausruf „Alaaf“ her?
Mit der Beantwortung dieser Frage beschäftigten sich Generationen von Historikern, so dass es verschiedene Thesen gibt. Eine populäre Version ist, dass Alaaf eine Abwandlung des britischen „A laugh!“ („Ein Lachen“!) sein soll. Was haben die Briten mit der Historie Kölns zu tun? Nicht viel und daher ist diese Version auch ziemlich sicher falsch. Richtig ist mit hoher Wahrscheinlichkeit die These des verstorbenen Kölner Philologen Heribert Augustinus Hilgers: „Hilgers, langjähriger Mundart- und Sprachforscher an der Kölner Universität, belegt, dass das "Alaaf" als Jubel- und Trinkspruch schon seit etwa 1550 nachweisbar ist. Der älteste bekannte Fund ist ein Kölner Tonkrug mit der Aufschrift "Allaf fur einen goden druinck". Dies, so der Experte, bedeute so viel wie "Für einen guten Trunk lasse ich alles stehen" – und beinhalte bereits die heutige Bedeutung des "Kölle alaaf": Hinter Köln falle "alles ab", sei alles schlechter. Sprich: Erst kommt Köln und dann ganz lange nichts.“ Das gefällt uns als Erklärung doch. Daumen hoch.
[Quelle: http://m.welt.de/geschichte/article137439442/Was-Koelle-alaaf-wirklich-bedeutet.html]

Und wo der Ausruf „3…4…Hossa“?
Guido Krabbel, im vorigen Jahrhundert in der Stadthalle Zülpich als Erkennungszeichen dafür, dass die Froitzheimer nun da sind.

Das klassische Dreigestirn besteht aus Prinz – Bauer – Jungfrau, warum?
„Als 1823 der Karneval neu organisiert wurde, gab man dem Fest den Helden Karneval als Mittelpunkt, der durch seine Person den Karneval verkörpern und der alljährlich am Rosenmontag seinen Siegeszug durch Köln antreten sollte. Das Gewand des Helden war dem des Kaisers nachgebildet, denn die Kölner liebten ihren Kaiser, dem sie als freie Reichsstadt untertänig waren und den sie stets begeistert gefeiert hatten, wenn er Köln besuchte. Der Held trug eine goldene Krone mit einem Pfauenschweif, dem Symbol der Unsterblichkeit. Die Karnevalsmütze gab es zu der Zeit noch nicht. In der rechten Hand trug er ein Zepter, in der linken eine „Waffe“, die heutige Pritsche, die auf die Fruchtbarkeitsrute der Germanen zurückgeht. Aus dem Gewand des Helden wurde im Laufe der Jahre das Kostüm des Prinzen. Das heutige Prinzenkostüm ist der burgundischen Mode in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts nachgearbeitet.  Nach dem Krieg 1870/71 wurde aus dem Helden Karneval der „Prinz Karneval“. Eine Prinzenproklamation gibt es erst seit 1936.
Die Kölner Jungfrau trat schon 1823 beim ersten Maskenzug auf. Sie nahm noch nicht regelmäßig am Zug teil, sondern nur, wenn sie sich ins Thema einordnen ließ. Die Jungfrau ist eine Symbolfigur und wird erstmals 1570 erwähnt. Sie symbolisiert die freie, unabhängige und keiner fremden Macht unterworfene Stadt Köln. Sie trägt eine Mauerkrone auf dem Kopf, als Zeichen der Unbesiegbarkeit der Stadt Köln. Die Kölner Jungfrau wird, bis auf zwei politisch angeordnete Ausnahmen [Anmerkung der Redaktion: 1938 und 1939 auf Druck der Nationalsozialisten], von einem Mann dargestellt. Die Männerrolle hat sich ohne Überlegung ergeben, da der Karneval, soweit es sich um den organisierten Karneval handelt, eine reine Männerangelegenheit war.
So wie die Kölner Jungfrau ist auch der Kölner Bauer eine Symbolfigur. Er stellt Köln als Mitglied der Reichsbauernschaft dar. Köln gehörte im Mittelalter neben Konstanz, Regensburg und Salzburg zu den vier Bauernschaften des Reiches. Ab 1883 sind Bauer und Jungfrau feststehende Figuren des Kölner Karnevals, die gemeinsam mit dem Prinzen auftreten, aber bis heute getrennt von ihm im Rosenmontagszug fahren. Erst ab 1938 spricht man vom Dreigestirn. Den Hut des Bauern zieren 125 Pfauenfedern. Die Pfauenfeder ist das Symbol der Unsterblichkeit und versinnbildlicht hier [Anmerkung der Redaktion: wie beim Prinzen] die Unsterblichkeit der freien Reichsstadt Köln, die der Bauer verkörpert. Der Dreschflegel ist das Zeichen der Wehrhaftigkeit.“
[Quelle: http://www.karneval.de/Das_Koelner_Dreigestirn.aspx]

Wie werde ich Mitglied bei der I.G. und warum werde ich das?
Das „Wie“ kann einfach beantwortet werden: www.FroitzheimNRW.de, zu den Seiten der IGFK navigieren, Antrag und Satzung herunterladen, ausfüllen, zurück senden. Herzlichen Glückwunsch und Dankeschön. Warum? Wissen wir auch nicht, aber es macht Spaß.

Falls ich nicht Mitglied werden mag:  Wie gründe ich meinen eigenen Verein?
Ein Verein kann relativ einfach gegründet werden. Man braucht dazu mindestens sieben Mitglieder. Zudem muss eine Satzung aufgestellt werden, die in der so genannten Gründungsversammlung verabschiedet und unterschrieben wird. Dort, in der Gründungsversammlung, wird auch der Vorstand gewählt. Es empfiehlt sich aus verschiedenen rechtlichen Gründen, den Verein eintragen zu lassen („e.V.“). Doch warum die ganze Mühe, es gibt doch die IGFK, siehe zuvor? [Quelle: BGB §§21-79]
Was ist eine Interessengemeinschaft, kurz „I.G.“?
Wie es der Name sagt: Der Zusammenschluss verschiedener Personen auf Grundlage eines gemeinsamen Interesses. Im Falle der I.G. Froitzheimer Karneval e.V. ist es schlicht und einfach der Erhalt des Brauchtums „Karneval“. Da komm´ einer drauf.